
AStA Kassel im ständigen Aussschuss für Sozialpolitik des FZS
Sozialreferent Sebastian Zimmermann auf Bundesebene aktiv
Kassel/Köln - Der Sozialreferent des AStA Kassel, Sebastian Zimmermann, wurde am Samstag (07. August) auf der Mitgliederversammlung des FZS (Freier Zusammenschluss der StudentInnenschaften) in den ständigen Ausschuss Sozialpolitik gewählt. Der FZS ist der bundesweite Dachverband der Studierendenvertretungen in Deutschland. Der Sozialpolitikausschuss des FZS befasst sich mit den sozialen Belangen der Studierenden. Der
Ausschuss erarbeitet auch Positionierungen zu Bundesgesetzten und wird von Bundestagsausschüssen angehört.
Die Studierendenschaft der Uni Kassel arbeitet somit nun auch auf Bundesebene im Bereich der studentische Sozialpolitik mit. Vor allem das Nationale Stipendiensystem, die BAföG-Gesetzgebung und die sozialen Auswirkungen der neuen Studienstruktur mit Bachelor und Master werden bearbeitet.
Sebastian Zimmermann kommentiert seine neue Aufgabe: „Vor allem die Ungerechtigkeit der Studienfinanzierung, sowie die psychosozialen Probleme wie z.B. eine erhebliche Zunahme von Depressionen unter Studierenden, möchte ich bundesweit thematisieren. Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe." (09.08.2010)
Schwarzer Freitag für die Studierenden
AStA Kassel empört über Entscheidungen des Bundesrates
Kassel - Der Bundesrat hat heute (09.07.) dem „Nationalen Stipendienprogramm" zugestimmt. Das Programm der Bundesregierung sieht vor, besonders begabten Studierenden ein Eltern- und Einkommensunabhängiges Stipendium über monatlich 300 € zukommen zu lassen. 10 % jedes Jahrgangs sollen von den Stipendien profitieren. Die Kosten hierfür tragen jeweils zur Hälfte der Bund und Sponsoren.
Die Einigung kam in letzter Minute zustande, nachdem Bundesbildungsministerin Schavan die ursprünglich geplante Kostenbeteiligung der Länder durch den Bund übernommen hat. Kanzlerin Merkel hatte sich persönlich dafür eingesetzt, damit zumindest ein Prestigeprojekt der schwarz-gelben Bundesregierung nicht scheitert. Dies stand kurz bevor, da nächste Woche die Bundesratsmehrheit von CDU und FDP fällt, wenn in NRW eine rot-grüne Minderheitsregierung die Macht übernimmt.
Den gleichen Enthusiasmus legte Merkel für die Erhöhung des BaFöG nicht an den Tag. Die minimale Erhöhung dessen scheiterte in der Länderkammer, weil die Länder die anteiligen Kosten nicht tragen wollten und der Bund jenen nicht entgegenkam. Der Vorsitzende des AStA Kassel, Oliver Schmolinski, stellt verärgert fest: „Das ist ein schwarzer Freitag für die Studierenden. Denn Schwarz-Gelb haben erneut bewiesen, dass sie nur eine Art der Politik kennen: nämlich Klientelpolitik."
Das neue nationale Stipendienprogramm ist speziell für Kassel kein gutes Signal. Es sieht vor, dass die Universitäten eine Hälfte der Stipendien bei Sponsoren selber einwerben müssen. Hochschulen wie Kassel werden dabei extreme Probleme bekommen. In Nordhessen fehlt es an solventen Großsponsoren. Und nicht zuletzt stellt sich die Frage, welcher Sponsor die Stipendien für die Studienfächer finanziert, die nicht den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften angehören. Sebastian Weise - Kusche, Mitglied des Senats der Universität Kassel erklärt dazu: „Dass die Sponsoren bestimmen dürfen, an welche speziellen Studienfächer die eingesetzten Gelder fließen, ist ein Skandal für die Wissenschaftsfreiheit. Die Unis werden zu Bittstellern von Unternehmen, da die Hochschulen bei Verweigerung der Sponsorengelder auch den staatlichen Anteil der Gelder nicht abrufen können."
Auch der soziale Aspekt der Bundesratsentscheidung ist katastrophal. „Die heutige Entscheidung des Bundesrates ist ein Skandal. Anstelle einer sozial gerechten BaföG-Erhöhung, wurde ein selektives und Elite förderndes Stipendiensystem beschlossen. Die Ungerechtigkeit besteht darin, dass es Studierende die ihr Studium selber finanzieren müssen unglaublich schwer haben werden ein Stipendium zu erlangen, weil sie weniger Zeit zum lernen haben." erklärt Schmolinski weiter. „Stipendien sind kein Bafög-Ersatz. Denn Stipendien bekommen Kinder aus Akademikerfamilien, laut einer HIS-Studie, wesentlich häufiger als Kinder aus Arbeiterfamilien. Die soziale Exklusion wird so, dank Schwarz-Gelb, noch weiter verschärft."
Der AStA der Universität Kassel fordert hiermit alle Politikerinnen und Politiker auf, alles Mögliche zu tun, um die heutige Entscheidung des Bundesrats wieder rückgängig zu machen. (09.07.2010)

Kassels (coming up) Koryphäe!
Sie werden aussortiert, in Massen gehalten und gemästet. Welche Zukunftsperspektiven haben sie angesichts dieser widrigen Umstände, die kleinen Küken? Keine. Es sei denn, sie setzen sich gemeinsam zur Wehr.
Da stechen doch sofort einige Parallelen zwischen dem Federvieh und uns Studierenden in's Auge:
Nach wie vor entscheidet oft noch unsere Herkunft über die Möglichkeit eines Hochschulzuganges.
In überfüllten Hörsälen sitzen wir Studierende dann eingepfercht und werden mit auswendig zu lernenden Wissen gemästet. Unsere Zukunftsperspektiven wollen einfach nicht besser werden. Im Gegenteil:
Durch die geplanten Kürzungen im Bildungsbereich wird studieren noch stressiger! Hessen Ex-Ministerpräsident Koch und Konsorten lassen uns keine Wahl:
Wir müssen für unsere Zukunft kämpfen! Von allein vollzieht sich in der Bildungspolitik kein Kurswechsel in unsere Richtung. Zeigen wir Kühne-Hörmann zusammen, was wir von ihrem Radikalsparplan halten und heizen der Wissenschaftsministerin ordentlich ein!
Wir dürfen uns den Zukunftsklau nicht mehr gefallen lassen.
Deswegen ruft der AStA euch auf,am 09.06. lautstark zu demonstrieren!
Nur gemeinsam können wir die längst überfälligen Reformen in der Bildungspolitik anstoßen! Schluss mit den Entscheidungen, die über unsere Köpfe hinweg getroffen werden! Wir nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand!
Vollversammlung der Studierenden am Mittwoch, 09.06.2010 um 9.30 Uhr, Hörsaal I, HoPla!
Kalle Kampfküken ist auch mit dabei. Wer Kalle ist und was er will, lest ihr hier:
[name]
Kalle Küken
[nickname]
Kampfküken
[berufung]
Symphatieträger des „Bildungstreiks 2010"
[werdegang]
Am 24. Mai als Kind von Henne 3871 auf's Legebatterieband gelegt. Kurz danach von vielen großen Zweibeinern in eine Kiste geworfen und in einen dunklen LKW gepackt. Nach einer Fahrt durch halb Deutschland bei Kassel aus der Transportkiste geflohen, während Eduard (der unterbezahlte, gestresste Fahrer) auf einem Rastplatz seinen Fahrtenschreiber manipulierte. Vom Parkplatz bis zum AStA-Büro gehüpft und dabei den ganzen Gefahren getrotzt! Die neuen AStA Referenten erkannten sofort das Potential des Kampfkükens und erklärten es zum neuen Maskottchen des Bildungsstreiks 2010!
[verbundenheit mit kassel]
Sollte ursprünglich im Hähnchenstall Han-Münden 38 Tage gemästet und dann zu Chicken-Wings verarbeitet werden.
Kalle mag besonders die Vegetarier unter den Studierenden der Universität in Kassel. Findet aber auch alle anderen nett und fühlt sich in seiner nordhessischen Wahlheimat sehr wohl.
[campustauglichkeit]
Das Kampfküken versteckt sich am Campus HoPla gerne in den kleinen Gässchen. Aufgrund seiner kompakten Größe findet es hier immer ein gutes Versteck. Meistens will sich Kalle aber gar nicht verstecken, denn er weiß: Wer was ändern will - muss lautstark zupicken!
[unnachahmlich]
Kalle Kampfküken - unser Held in Federn setzt sich mit seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und Zwille wie kein Zweiter für die von Sparmaßnahmen gebeutelte Studierendenschaft ein!
[überragende leistungen]
Kalle Kampfküken wird gelingen die Studierendenschaft der Hochschule Kassel zu mobilisieren am 09.Juni gegen Sparpläne, zu volle Hörsäle und NCs - für ein gerechtes Bildungssystem auf die Straße zu gehen!
Mehr zum Thema "Bildungsprotest 2010" könnt ihr in der neuen medium² lesen - die gibt's ab Juni im AStA!
Aus Raumnot bald in Zeitnot?
Kassel - Unser Uni Präsidium will an der Uhr drehen! Geht es nach der Leitung der Kasseler Universität ist die Zeit des „akademischen Viertelstündchens" bald abgelaufen.
Damit die Raumnot an unserer Hochschule in Zukunft der Vergangenheit angehört, entwickelt die Unileitung ungewöhnliche Strategien:
An den fünf Standorten in Kassel und Witzenhausen soll an der Zeit zwischen den Veranstaltungen gespart werden. Von derzeit 30 auf 15 bis 20 Minuten, will man reduzieren. Das Präsidium erhofft sich durch dieses "effizientere Zeitmanagement" einen Zuwachs von 400 Veranstaltungsräumen - Das Ende der Raumnot?
Für den AStA-Vorsitzenden Oliver Schmolinski stellen diese Pläne keine realistische Option dar: „Eine derart radikale Kürzung verdichtet den eh schon vollen Stundenplan vieler Studierender und macht Nachbesprechungen mit den Dozenten unmöglich!" Auch Studierende mit Behinderungen würden durch die Zeitumstellung von Veranstaltungen schlichtweg ausgegrenzt, erklärt Schmolinski weiter.
Für einen Studierenden, der beispielsweise zwischen den Uni-Standorten „Murhardtstraße" und „Holländischen Platz" pendelt, sei es derzeit noch möglich aufeinander folgende Veranstaltungen an beiden Standorten zu besuchen. „Wenn das Präsidium die Pläne in die Tat umsetzt, wird das bald nicht mehr möglich sein!" Denn der Weg von einem Standort zum anderen ist in 15 Minuten einfach nicht zu bewältigen!

Koch dankt ab!
Kassel - Heute (25.05.2010) ist Hessens Ministerpräsident Roland Koch von allen politischen Ämtern zurückgetreten! „Wir begrüßen den Rücktritt des Ministerpräsidenten!", zeigt sich Oliver Schmolinski, Vorsitzender des AStA, erleichtert.
„Egal ob schwarze Kassen, Studiengebühren oder Ausländerhass - Roland Koch hat polarisierende Debatten angestoßen und in Hessen für elf Jahre Rückstand gesorgt! Nach seinem Rücktritt hat das Land endlich wieder Chancen nach vorne zu kommen." so Schmolinski weiter.
Auf der Pressekonferenz demonstrierte der scheidende Ministerpräsident, dass nicht das Bundesland, sondern seine christdemokratische Partei immer an erster Stelle stand. Erst kürzlich geriet Koch mit seinen Plänen an Bildung und Kinderbetreuung zu sparen in die Kritik.
Schon vor einem Jahr stand Kochs Rücktritt zur Debatte. Aber er wollte nach eigenen Angaben: „eine langfristige bürgerliche Mehrheit erreichen."
Des Weiteren, so Koch, wisse die Kanzlerin seit einem Jahr um seinen Rücktrittswunsch.
Nun ist er Wirklichkeit geworden, Für Schmolinski kein Grund zu trauern: „Wie respektieren und begrüßen, dass der umstrittene Roland Koch seine Ämter aufgibt! Wir haben einen Grund zum feiern! Elf Jahre ausländer-, bildungs- und zukunftsfeindliche Politik sind nun endlich Geschichte!"
Als möglicher Nachfolger wird der bisherige Innenminister Hessens, Volker Bouffier gehandelt. Der 2. Vorsitzende des AStA, Stefan Schreier, meint dazu: „Mit der hessischen CDU ist es wie mit der Hydra, wenn einer weg ist, wächst das nächste Elend nach."
Bouffier genießt momentan dank Untersuchungsausschuss' zur Polizeiaffäre einen fragwürdigen Ruf.
„Uns ist egal wer Koch nachfolgt! Wir wollen, dass die zukunftsfeindliche Sparerei im Bildungssektor eine Ende hat und eine fortschrittliche Politik in Hessen etabliert wird!", äußert sich Schmolsinki. Ob ein Bouffier das leisten könne sei allerdings fraglich.
Unterschriften wurden erpresst!
Wiesbaden/Kassel - Der gestern unterschriebene Hochschulpakt 2011-2015 ist in den Augen des Allgemeinen Studierendenausschuss' der Universität Kassel eine Farce! In Zeiten unsicherer
Zukunft und Perspektiven beginnt die Landesregierung bei der Bildung zu sparen. Das ist für uns der falsche Weg. 30 Millionen € weniger für die Hochschulen bedeuten direkte Kürzungen in der Zukunft. Auch die mangelnde Berücksichtigung der steigenden Studierendenzahlen zeigt eine perspektivlose Politik, die wir ablehnen.
Die Universität Kassel soll laut Hochschulpakt ca. 2 Millionen € zusätzlich bekommen. Wir
begrüßen eine Erhöhung des Grundbetrages für Kassel, halten diese aber angesichts der aktuellen Zahlen von Studierenden für nicht ausreichend! Das Studierendenparlament der Universität Kassel verabschiedete am 26.April 2010 eine Resolution, in der es sich für eine 10%-ige Erhöhung des Grundbetrages ausgesprochen hat, um den aktuellen Zahlen von Studierenden und den Zuständen an den Hochschulen gerecht zu werden.
Des weiteren lehnen wir das Vorgehen von Hochschulministerin Kühne-Hörmann (CDU) ab. Dieser Pakt war keine Verhandlung zwischen Landesregierung und den Hochschulen, sondern eine Erpressung der Präsidenten und Präsidentinnen. Hätten Sie nicht unterzeichnet, wären noch stärkere Kürzungen auf sie zugekommen.
Wir müssen offensichtlich unsere „Zukunftsperspektiven erkämpfen!", daher ruft der Allgemeine Studierendenausschuss hiermit alle Studierenden der Universität Kassel auf, am 9 Juni gegen diese Hochschulpolitik zu demonstrieren! (Artikel vom 19.05.2010)

15.000 Demonstranten in Wiesbaden!
Kühne-Hörmanns Pläne zur Mittelkürzung stießen aus breiten Widerstand
Wiesbaden/Kassel - Am Dienstag (11. Mai) wurde in Wiesbaden gegen den vom Wissenschaftsministerium vorgeschlagenen Hochschulpakt demonstriert. Mit über 15.000 Demonstranten wurden alle Erwartungen übertroffen. Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende drückten gemeinsam ihren Unmut aus. Auch aus Kassel fuhr eine Gruppe Studierender nach Wiesbaden, um gegen die geplanten Kürzungen zu demonstrieren!
Um was geht es eigentlich?
Alle fünf Jahre erarbeiten die Universitäten zusammen mit dem Hochschulministerium einen Pakt zur Finanzierung der Hochschulen. Das Ministerium legt dabei einen Plan vor, den die Präsidentinnen und Präsidenten der Hochschulen diskutieren und unterschreiben.
Dieses Jahr ist der neue Hochschulpakt für 2011 bis 2015 dran. Die zuständige Ministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) möchte den Hochschulen in den nächsten Jahren 30 Mio. € weniger pro Jahr zukommen lassen. Das ist eine Senkung von über 2%!
Am Dienstag(11.05) sollte dieser Hochschulpakt unterschrieben werden. Weil die Präsidentinnen und Präsidenten das nicht taten, soll der Pakt nun am 18.Mai unterschrieben werden.
Wie war die Demo?
Gigantisch! 15.000 Studierende demonstrierten gemeinsam gegen diese Kürzungen. Auch der Senat der Marburger Uni nahm teil und setzte damit ein deutliches Zeichen. Trotz der langen Fahrt, waren auch Kassler Studierende dabei. Vielen Dank an alle die mitgefahren sind!

Wie geht es nun weiter?
Die Ministerin erhöht den Druck, damit der Pakt unterzeichnet wird. Sie droht Kritikern, die ihre radikalen Sparpläne nicht hinnehmen wollen mit Mittelkürzungen, die noch stärker ausfallen sollen, als bisher geplant. Am 18.Mai werden sich die Ministerin und die Präsidentinnen und Präsidenten erneut treffen.
Unsere Meinung?
Der Hochschulpakt 2011-2015 ist eine Farce. Geld wird in Banken und Steuersenkungen investiert. Aber in der Bildung wird der Rotstift angesetzt. Wir brauchen in Zeiten von Platzmangel und immer mehr Studierenden nicht weniger, sondern mehr Geld! Die ASten von Hessen fordern 10% mehr Geld für die Hochschulen. Bald werden die doppelten Jahrgänge die Schulen verlassen. Dann wird es an den eh schon überfüllten Hochschulen noch voller! Um einen totalen Kollaps zu verhindern, brauchen wir unbedingt mehr Geld! (Artikel vom 12.05.2010)
Oliver Schmolinski
AStA-Vorsitz und Hochschulpolitischer Referent
Miriam Lotto
Öffentlichkeits-Referentin
Aktionsbündnis für freie Bildung & Solidarität
Bildung ist ein Menschenrecht! Soziale Selektion durch Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen lehnen wir ab!
Hochschulen dürfen nicht unter dem Diktat von Einsparmaßnahmen junge Menschen um ihre Bildungschancen bringen! Bildung des Menschen braucht Freiräume für eine Verbindung zwischen Wissen, Praxis, Kreativität und Innovation.
Wir fordern:
* die Entzerrung des Prüfungszeitraums und weniger Prüfungsbelastung!
* die bundesweite Abschaffung von Studiengebühren und
Verwaltungsbeiträgen!
* mehr Mitbestimmungsrechte für Studierende und Lehrende!
* gerechte und faire Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen!
* der Abschaffung des Drittmittelzwanges für Hochschulen!
Studierende sind keine "Kunden" und Dozierende kein "Humankapital"! Wir stellen uns gegen die Ökonomisierung der Hochschule. Wir wollen nicht, dass einzelne Personen in der Hochschule über unsere Köpfe hinweg Entscheidungen treffen, sondern wir fordern die Mitbestimmung aller Statusgruppen.
Unsere Universität ist kein Unternehmen! Ihr wollt mitmachen?
Die Studierenden treffen sich in der Küche des AStA (Nora-Platiel-Straße 2) jeweils am:
Donnerstag, 20.05. um 15 Uhr
Donnerstag, 27.05. um 15 Uhr
Montag, 31.05. um 17 Uhr und
Montag, 07.06. um 17 Uhr!
Noch mehr Infos findet ihr hier.
StuPa beschloss Resolution
Kürzungen des Hochschulpakts 2011-2015 stoppen
Das Studentenparlament der Universität Kassel sieht die chronische Unterfinanzierung des hessischen Bildungswesens in den letzten Jahren und Jahrzehnten als prägende und prekäre Entwicklung an. Die nicht weiter hinnehmbaren Zustände der schlechten Ausstattung und der prekären Studienbedingungen sind mittlerweile kennzeichnend für unsere Bildungslandschaft.
Die Überlegungen den Hochschulen und Schulen in Hessen weiterhin Kürzungen zumuten zu wollen konterkarieren diese Entwicklungen und gefährden den Betrieb unserer Hochschulen substantiell. Bei der aktuell vorherrschenden Überlastung und der unzureichenden Finanzierung wird der zukünftige Lehr- und Lernbetrieb unserer Bildungseinrichtungen nicht weiter garantiert werden können.
Das Studentenparlament der Universität Kassel sieht deshalb die Pläne der Landesregierung die Mittel für die Hochschulen in Hessen im Hochschulpakt 2011-2015 zu kürzen als verfehlte Hochschulpolitik an und verurteilt die geplanten Einsparmaßnahmen.
Bei einem Einsparvolumen von jährlich 30 Mio € wir die Qualität von Studium und Lehre Gefahr laufen, sich drastisch zu verschlechtern. Bei einer zunehmenden Verschlechterung der Finanzierungsgrundlage werden die prekären Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen weiter zunehmen und die zukünftige Situation von Hochschulangestellten und Dozierenden ungewiss bleiben.
Das Studentenparlament der Universität Kassel fordert die Landesregierung hiermit auf, von den geplanten Einsparungen für den Hochschulpakt 2011-2015 in Höhe von jährlich 30 Millionen € Abstand zu nehmen und stattdessen unverzüglich die Ausgaben für Bildung um 10 % zu erhöhen.
Wir rufen die Abgeordneten des Hessischen Landtages auf, sich vehement gegen die Einschnitte im Bildungswesen zu stellen.
Das Studentenparlament der Universität Kassel ruft alle Studierenden, studentischen Hilfskräfte, wissenschaftliche MitarbeiterInnen, technisch-administrativen MitarbeterInnen und ProfessorInnen sowie alle bildungspolitisch Interessierten zu aktivem Widerstand und Protest gegen jegliche Kürzungen und Verschlechterungen des Bildungssystems auf.
Diese Resolution wurde vom AStA der Univeristät Kassel eingebracht und am 21. April 2010 vom Studentenparlament beschlossen.
Novellierung des Hessischen Hochschulgesetzes (HHG)
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen der hessischen Hochschulen werden momentan einer Generalüberholung unterzogen. Untrennbar mit der Novellierung des Hochschulgesetzes verbunden ist der Begriff der Autonomie. Von der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst - Eva Kühne-Hörmann - wird stets betont, dass mit dem neuen Hochschulgesetz die Hochschulen mehr Autonomie erhalten sollen. Vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen kann Autonomie jedoch vielfältig interpretiert werden. Deshalb soll an dieser Stelle erläutert werden, welche Vorstellungen sich hinter der Autonomie verbergen und welche Auswirkungen diese mit sich bringen wird.
Was verbirgt sich hinter der Autonomie?
Die großen Entwicklungen, welche die Hochschulnovelle bewirken wird, können mit der Entdemokratisierung und der stärkeren Ökonomisierung der Hochschulen sowie der Öffnung der Hochschulen für den Einfluss von außeruniversitären Interessen beschrieben werden. Die Novelle setzt damit nahtlos an die bereits bewirkten Umsetzungen vorheriger CDU- Minister an. Im Ministerium wird argumentiert, dass die Hochschulen, um zukünftig die Aufgaben vor dem Hintergrund komplexer und gestiegener Anforderungen erfüllen zu können, stärker eigene Entwicklungswege beschreiten müssen, was einem höheren Maß an autonomen Entscheidungsbefugnissen bedarf. Die erwähnte Autonomie geht jedoch einher mit den benannten Tendenzen, Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse auf wenigeren Schultern zu konzentrieren. Darüber hinaus wird die stärkere Einwerbung von Drittmitteln als Ziel ausgegeben.
Stärkung von Präsidium und Dekanat
Im Konkreten wird ab dem 1. Januar 2010 die Entscheidungsstruktur innerhalb der Hochschule weiter verändert. Die Leitungsstellen wie Präsidium und Dekane werden gegenüber den Gremien von Senat und Fachbereichsrat gestärkt. Dieser Punkt wird besonders in der Strukturplanung der Fachbereiche deutlich, die Fachbereichsräte werden von der Kompetenz, den Strukturplan des eigenen Fachbereichs aufzustellen de facto entbunden. Der Fachbereichsrat wird fortan nur ein Vorschlags- und Entwurfsrecht haben. Das letzte Wort wird der Dekan haben. Selbstverständlich bedeutet diese Änderung auf dem Papier nicht, dass alle eingespielten Verfahren und Zusammenwirken von Dekan und Fachbereichsrat jetzt komplett außer Kraft gesetzt werden, dennoch wird die rechtliche Grundlage der Zusammenarbeit in den Fachbereichen verändert. Eine Strukturplanung entgegen der Vorstellungen der Fachbereichsratsmitglieder wirkt schwer vermittelbar und somit extrem unrealistisch, könnte aber aus juristischer Sicht vollzogen werden
Hochschulrat als Aufsichtsrat
Der Einfluss Dritter auf die Universität wird im Wesentlichen mit der Kompetenzausweitung des Hochschulrates erweitert. Neben der Hochschule und dem Ministerium werden die Mitglieder des Hochschulrates demnach erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Universität nehmen können. Die bisherige Aufgabe, die Hochschule perspektivisch und langfristig zu beraten, wird um konkrete operative Aufgaben erweitert. Der Hochschulrat wird von hochschulexternen Personen besetzt und soll ab Januar personell aufgestockt werden. Die Hälfte der Mitglieder wird dann vom Hochschulpräsidium benannt, die andere Hälfte vom Ministerium benannt werden. Des Weiteren wird bei der Wahl des Hochschulpräsidiums dem Hochschulrat das Vorschlagsrecht eingeräumt.
AStA oder Studentische Geschäftsführung?
Die Studierendenschaft wird mit dem Hochschulgesetz von der undemokratischen 25%-Wahlbeteiligungsklausel befreit und kann per Satzungsänderung eine Aufhebung des Wahlquorums bewirken. Die Studierendenschaft kann somit autonom entscheiden, ob bei den Hochschulwahlen die Mindestbeteiligung von 25% weiter Anwendung finden wird. Zum Begriff der Autonomie lässt sich weiter festhalten, dass der Studierendenschaft die Entscheidungshoheit gegeben wird, in welcher Form man seine studentische Selbstverwaltung organisiert. Der Allgemeine Studierendenausschuss könnte somit auch in studentische Geschäftsführung umbenannt werden. Alleinig das Studierendenparlament wird als höchstes, beschlussfähiges Organ der Studierendenschaft aufgeführt.
Lehramtsfachschaft
Autonomie bedeutet ebenfalls, dass die Studierendenschaft per Satzung einteilen kann, welche und wie viele Fachschaften bestehen. Diese müssen zukünftig nicht mehr an einen Fachbereich gebunden sein. Das lang verfolgte Ziel der Einrichtung einer Lehramtsfachschaft kann somit ab 2010 in Angriff genommen werden. Die teilweise untragbaren Zustände im Kernstudium des Lehramts haben wieder verdeutlicht, dass ein studentischer Ansprechpartner für alle Lehramtsstudierenden dringend benötigt wird, damit die Interessen der Lehramtsstudierenden endlich wahrgenommen werden.
Für gute Lehre zu wenig - 8% Mehr muss drin sein
12.02.2009: Studentischer Dachverband solidarisiert sich in der aktuellen Tarifauseinandersetzung mit GEW und ver.diBerlin (fzs). Am heutigen Tag und am Freitag werden im ganzen Bundesgebiet Länderbeschäftigte in Schulkindergärten, Schulen und Hochschulen für bessere Bedingungen streiken. Der studentische Dachverband solidarisiert sich mit den Beschäftigten und erklärt: Gute Lehre verdient gute Bezahlung.
Hierzu Florian Keller, Mitglied des fzs-Vorstands: "Gute Lehre verdient gute Bezahlung - die in diesen Tagen auf Kundgebungen und Warnstreiks protestierenden Kolleginnen und Kollegen genießen unsere volle Solidarität! Nun muss sich zeigen, ob Bildung in der BRD wirklich den nötigen Stellenwert hat oder nur im Zuge panisch geschnürter Konjunkturpakete Schein-Priorität genießt."
Allein in Baden-Württemberg hat die GEW am heutigen Tag alle Tarifbeschäftigten an Schulen und Schulkindergärten in Nordbaden sowie die Tarifbeschäftigten der Universität Heidelberg zum Warnstreik aufgerufen. Insgesamt werden in den nächsten zwei Tagen viele tausend Angestellte im ganzen Bundesgebiet den Forderungen der Gewerkschaften Nachdruck verleihen.
Der studentische Dachverband verweist darauf, dass sich durch die mittlerweile fast flächendeckend durchgeführte Studienstrukturreform nicht nur die Arbeitsbelastung auf Seiten der Studierenden - sondern auch auf Seiten der Angestellten erheblich verändert hat. "Die Angestellten an deutschen Hochschulen müssen die Mehrbelastung durch den Bologna-Prozess tragen ohne dass die Ressourcen für die Umsetzung angepasst wurden. Die von den Gewerkschaften eingeforderten 8% mehr müssen drin sein!" erklärt Anja Gadow, ebenfalls Mitglied des fzs-Vorstandes.
Neben der dringend nötigen Verbesserung für die unmittelbar mit der Lehre beauftragten Angestellten darf hierbei auch die Situation der in Verwaltung und Technik beschäftigten Angestellten nicht aus dem Augen verloren werden. "Die Angestellten in Technik und Verwaltung ermöglichen erst den Hochschulbetrieb und sorgen für gute Rahmenbedingungen - eine Verbesserung ihrer Situation nutzt auch den Studierenden!" so Anja Gadow.
Der studentische Dachverband unterstreicht insbesondere die Forderung nach einer Ausweitung des Geltungsbereichs des Tarifvertrages auf die studentischen Beschäftigten. "Studentische Beschäftigte üben ein reguläres, qualifiziertes Arbeitsverhältnis aus. Die Mehrzahl von ihnen ist auf diesen Verdienst angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Eine Gleichbehandlung mit anderen ArbeitnehmerInnen durch die Aufnahme in den Tarifvertrag sollte daher selbstverständlich sein" schließt Florian Keller.
Auslandsstudium - Anerkennung - (k)ein Problem?
Wie klappt es mit der Anerkennung von Auslandsstudienleistungen? Das möchte der Arbeitsbereich "Bologna-Prozess" im DAAD aus Sicht der Studierenden darstellen.Mit Unterstützung des freien zusammenschlusses von studentInnenschaften (fzs) und den deutschen Studierendensekretariaten führt der DAAD deshalb 2009 eine bundesweite Befragung von Studierenden an deutschen Hochschulen durch. Beteiligen können sich alle Studierenden, die im Laufe ihres Studiums einen Auslandsaufenthalt (Studium und/oder Praktikum) absolviert haben.
Ziel der Erhebung ist es festzustellen, welche Erfahrungen die Studierenden nach ihrer Rückkehr nach Deutschland bei der Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen gemacht haben.
Der Online-Fragebogen findet sich ab dem 16. Februar 2009 unter folgender Adresse:
www.daad.de/ects/umfrage.html
Die Beteiligung ist bis zum 17. April 2009 anonym möglich.
Zusätzlich ist die Teilnahme an einer Verlosung der folgenden Preise möglich:
2 USB-Sticks/10 Schreibtischuhren/2 Bücher/10 T-Shirts/3 Lamy Füller/10 Kalender/3 Laser-Pointer/10 Kaffeebecher
Die Angabe von personenbezogenen Daten für die Verlosung erfolgt freiwillig. Diese Daten werden nicht mit den Antworten erhoben, sondern separat erfasst und nur für die Auslosung verwendet.
Über eine rege Teilnahme würden wir uns sehr freuen!
Weitere Informationen zur Umfrage:
bologna[ät]daad.de
Vollversammlung am 14.01.2009
1. Semesterticketerweiterung
An diesem Mittwoch wird ab 15Uhr die Erweiterung des Semestertickets diskutiert und geheim abgestimmt. Zur Abstimmung stehen die Erweiterung nach Eisenach, Fulda und Paderborn.
Jeder Studierende kann abstimmen, dazu braucht ihr lediglich eure Immatrikulationsausweise mitzubringen.
2. Hochschulwahl
Ab 17Uhr stellen sich die Hochschulgruppen vor, die sich zur Wahl zum StudentenParlament aufstellen. Danach wird diskutiert. Wenn ihr also Fragen zu den einzelnen Programmen der Hochschulgruppen habt, könnt ihr diese an diesem Tag stellen.
Ab 15Uhr ist für alle Lehrveranstaltungsausfall (Dieser Lehrveranstaltungsausfall ist vom Präsidium der Universität Kassel "angeordnet", dementsprechend ist es quasi vorgeschrieben, dass den Studierenden, die an der VV teilnehmen, in der jeweiligen Veranstaltung keine Nachteile entstehen!)
KO vor dem Antritt
Die Hessen SPD hat sich nun endgültig in alle Einzelteile zerlegt. Vier Abgeordnete der hessischen SPD erklärten am Montag, einen Tag vor der geplanten Wahl von Andrea Ypsilanti, sie nicht zur Ministerpräsidentin zu wählen. Neben Dagmar Metzger, die schon zuvor angekündigt hatte einer Tolerierung durch die Links Partei nicht zuzustimmen, kündigte Jürgen Walter, Silke Tesch und Carmen Everts an, dies ebenfalls nicht zu tun. Im Klartext heißt dies, Roland Koch bleibt Ministerpräsident und zurück bleibt eine Partei die in Hessen für die nächsten 10 Jahre abgeschrieben ist.
Was wird in den kommenden Tagen passieren? Was ist in den vergangenen Tagen passiert? Nach dem Grüne und SPD einen Koalitionsvertrag ausgehandelt haben und mit den Stimmen der Linken zusammen in Hessen regieren wollten, haben vier SPD Abgeordnete Andrea Ypsilanti ihre Zustimmung verweigert. Zuvor wurden die Mitglieder der Parteien zu dem Koalitionsvertrag befragt. Diesem hatte am Samstag 95% (!) der SPD-Mitglieder zugestimmt. Jürgen Walter, innerparteiliche Widersacher von Ypsilanti, zerstört nun seine eigene Partie. Mit einem linken Profil ist Andrea Ypsilanti in den Wahlkampf gezogen und hat dafür Widerstand von der Wirtschaft, aber auch aus den eigenen Reihen erhalten. Nun ist klar, in Hessen wird es keine Ministerpräsidentin geben. Immerhin wurden Studiengebühren abgeschafft. Aber auch hier ist nicht klar wie lange das so bleibt, denn was in Hessen passiert ist unklar. Möglichkeiten gibt es viele. Alles bleibt so, wie es ist: Roland Koch wird weiterhin eine Minderheitsregierung führen. Aber auch Neuwahlen sind denkbar. Dies würde dann wohl einen Sieg für die CDU bedeuten, denn diese SPD wählt sicherlich keiner mehr. Nach der Aktion von Jürgen Walter und Co gleicht die Partei einem Scherbenhaufen. Man muss es in aller Deutlichkeit sagen, in der SPD gibt es Niemanden mehr, der als Ministerpäsident gewählt werden würde. Wären nächste Woche Wahlen in Hessen würde es wahrscheinlich für CDU und FDP eine deutliche Mehrheit geben. Dies würde auch bedeuten, dass Studiengebühren wiederkommen. Eine weitere Möglichkeit wäre auch, dass Jürgen Walter und die Abweichler ihrerseits eine CDU Regierung unterstützten. Auch Tarek Al-Wazir, Vorsitzender der Grünen, muss nun um den Rückhalt in der eigenen Partei bangen. Über uns Studierende schwebt weiterhin das Damokles Schwert der Studiengebühren, das Schulsystem wird wieder nicht reformiert und für ein ökologisches Hessen gibt es keine Mehrheit mehr. Bei den Anhängern von Andrea Ypsilanti herrscht große Ernüchterung, hatte man doch so viele Hoffnungen in den Politikwechsel gelegt. Ihre Wiedersacher, insbesondere die CDU, kann ihr Glück wohl kaum fassen. Das eine Partei sich so zerlegt und intern so auseinander reißt, ist das beste, was dem politischen Gegner passieren kann. Mich würde interessieren, wie viele Danksagungen Jürgen Walter von der CDU schon erhalten hat.
470 Milliarden Euro
Die Ausgaben des Bundes für Bildung und Forschung werden im Haushaltsjahr 2008 etwa 9,2 Milliarden Euro sein. Das ist ziemlich viel, wenn man bedenkt, dass 1 Milliarde 1000 Millionen sind. Das „Rettungspaket" für die angeschlagenen Banken umfasst 470 Milliarden Euro. Ein Betrag, der um 200 Milliarden Euro höher ist als der gesamte Haushaltsplan der Bundesregierung für 2008.
Auch wenn das Geld nur als „Anleihe" gedacht ist, stellt sich einem doch die Frage: Sind Banken wichtiger als Bildung? Sind Banken mehr wert als die Ausbildung junger Menschen? Generell sind die Ausgaben für Bildung und Forschung im Vergleich zu anderen Ausgaben Relativ gering. Für Verteidigung zum Beispiel wird drei mal mehr ausgegeben.
Politiker sprechen oft davon, mehr für die Bildung zu tun. Die Ausbildung ist wichtig. Aber geht es ans Eingemachte, wie zum Beispiel an die Ausbildungsgarantie, dass jeder junge Menschen einen Ausbildungsplatz bekommt oder um die Frage, ob Unternehmen nicht zur Ausbildung Verpflichtet werden sollen, kneifen sie. Also was jetzt? Bildung ist wichtig, aber das Geld ist uns zu schade? Vielleicht findet ja endlich ein umdenken statt. Es sollte nicht mehr ums Geld, dafür aber wieder um die Menschen gehen. Wenn es einen so dramatischen Mangel an Fachkräften gibt, warum führe ich dann Studiengebühren ein? Wenn die Absolventen von Real- und Hauptschule angeblich für die meisten Ausbildungsplätze nicht geeignet sind, warum unterstütze ich sie nicht? Wenn 20 000 Lehrer im ganzen Bundesgebiet fehlen, warum machen die jeweiligen Landesregierungen nichts dagegen? Würde nur ein kleiner Teil der 470 Milliarden Euro in Bildung investiert werden, können alle davon profitieren. Sicher nicht sofort, aber auf lange Sicht muss dies geschehen.
Bologna - Der Prozess
"Bachelor und Master, das neue Studium - flexibel und international", mit diesem Slogan wirbt die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) für die neuen Studiengänge. Doch jeder, der in einem
Bachelorstudiengang eingeschrieben ist, merkt wenig von der gepriesenen „Flexibilität".
Tatsache ist, dass der Bologna-Prozess in Deutschland katastrophal umgesetzt wird. Der „Spiegel" (Nr.18, 28.04.08) titelte jüngst „Die Turbo-Uni" und zeigt die Kritikpunkte an dem Bologna-Prozess auf.
- 25% der Bachelor-Studenten an Hochschulen und sogar 39% Fachhochschulen brechen ihr Studium ab.
- Weniger Studienanfänger, obwohl Deutschland mehr Akademiker braucht
- Durch die engen und starren Strukturen bleibt keine Zeit für Auslandssemester
- Die neuen Studiengänge sind betreuungsintensiver, doch fehlen Dozenten
- Nur wenige Bachelorstudenten bekommen einen Platz im Masterstudium
- Studenten, die finanziell schwach gestellt sind, können wegen den starren Strukturen nicht nebenher jobben
- Der Wechsel zu einer anderen Hochschule ist deutlich schwerer als noch zu Zeiten der alten Studiengänge. Dies liegt vor allem an der unterschiedlichen Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland
„Der Bologna Prozess ist eine gute Sache, wird aber in Deutschland schlecht umgesetzt", so Imke Buß, Vorstandsmitglied im FZS (Freier Zusammenschluss von Studierendenschaften). „Studenten müssen mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten bekommen, damit die teilweise katastrophalen Zustände in den einzelnen Studiengängen verbessert werden können", fordert Markus Sauerwein, HoPo-Referent.
Derzeit sind insgesamt 45 Staaten am Bologna-Prozess beteiligt, davon 29 EUStaaten. Der Bologna-Prozess ist also keinesfalls ein Produkt der EU. Er ist ein freiwilliges Abkommen von mehreren Staaten.
Muss der Bologna-Prozess so umgesetzt werden, wie es derzeit bei uns an der Uni geschieht? Anwesenheitslisten um „Workloads" nachzuweisen, Begrenzung der TeilnehmerInnen an Seminaren, unzählige Prüfungen, bei denen meistens nur auswendig gelernt wird und nach einer Woche die Hälfte wieder vergessen ist; dies alles ist so im Bologna-Prozess nicht vorgesehen. Ebenso wenig eine Begrenzung der Studienzeit auf 6 Semester. „Wieso wird der Bologna-Prozess so schlecht umgesetzt?" fragt Annika Hunstock (AStA-Vorsitzende). Dies liegt zum einen daran, dass die Professoren selber wenig Wissen über den Bologna-Prozess besitzen. Zudem besteht politischer Druck, die neuen Studiengänge schnell einzuführen. Akkreditierungsagenturen kommen an die Hochschulen, um den neuen Studiengang „zu prüfen und zu bestätigen", auch studentische Vertreter sind hier anwesend, aber leider mit zuwenig Mitsprachemöglichkeiten ausgestattet.
Laut dem ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) ist ein Bachelorabschluss auf Niveau 6 von 8 anzutreffen. Das ECTS soll dazu dienen, alle Abschlüsse (auch Schule und Ausbildung) auf europäischer Ebene vergleichbar zu machen. Niveau 1 wäre der niedrigste Abschluss. Die universitären Abschlüsse belegen Rang 6 (Bachelor), 7 (Master), 8 (Dissertation). Für jedes Niveau gibt es Fähigkeiten und Kenntnisse, die erreicht werden sollen.
Für einen Bachelor wären dies:
- fortgeschrittene Kenntnisse in einem Arbeits- oder Lernbereich unter Einsatz eines kritischen Verständnisses von Theorien und Grundsätzen
- fortgeschrittene Fertigkeiten, die die Beherrschung des Faches sowie Innovationsfähigkeit erkennen lassen, und zur Lösung komplexer und nicht vorhersehbarer Probleme in einem spezialisierten Arbeits- oder Lernbereich nötig sind
- Leitung komplexer fachlicher oder beruflicher Tätigkeiten oder Projekte und Übernahme von Entscheidungsverantwortung in nicht vorhersehbaren Arbeits- oder Lernkontexten
- Übernahme der Verantwortung für die berufliche Entwicklung von Einzelpersonen und Gruppen
Das hört sich insgesamt sehr abstrakt an, doch lässt sich einiges daraus ableiten. Wissenschaftliches Arbeiten wird nicht gefordert. Dennoch sind die meisten Bachelorstudiengänge weiterhin auf wissenschaftliches Arbeiten ausgelegt.
Was ich damit sagen möchte ist, dass es im Rahmen des Bologna-Prozesses einiges zu verbessern gibt, auch hier in Kassel. Und es ist notwendig! Beispielsweise bezweifeln 40% der Industrie die Kompetenzen eines Bachelorabschlusses (vgl. „Spiegel" Nr. 18).
„Wir möchten die Fachschaften informieren, damit der Bologna-Prozess in Kassel studierendenfreundlicher umgesetzt wird.", erläutert Heiko Kurrat, Fachschaften- Referent.
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